„Jung und Alt am See“: Mehrgenerationenprojekt im Niederfeld
Ein neues Kapitel für die Mehrgenerationenarbeit in Mannheim bringt Jung und Alt nicht nur räumlich, sondern auch menschlich näher: Die AWO Mannheim übernimmt die Trägerschaft der neuen Kindertageseinrichtung im Mehrgenerationenprojekt der Theodor-Fliedner-Stiftung. Sieben neue Gruppen – vier Kindergarten- und drei Krippengruppen – öffnen ab September 2027 im Niederfeld ihre Türen. Damit setzt die AWO ein bedeutendes Zeichen für den Stadtteil und stärkt gezielt das Kita-Angebot für den Mannheimer Süden.
„Wir gehen hierbei weit über die reine Betreuung hinaus“, erklärt AWO-Vorstand Alexander Manz. „Wir schaffen einen Ort, an dem Kinder mit leuchtenden Augen die Welt entdecken und Seniorinnen und Senioren ihre wertvollen Lebenserfahrungen teilen können. Indem wir Familien entlasten und für jedes Kind gleiche Chancen ermöglichen, investieren wir in das Wichtigste, das wir haben: das menschliche Miteinander in unserer Stadt.“
Das Besondere an diesem Ort ist die gelebte Nähe: Direkt nebenan – in der Alberichstraße 100-102 – befindet sich ein idyllisches Grundstück, das auch von der Kita künftig für naturpädagogische Angebote genutzt wird.
Auf dem Gelände gibt es bereits jetzt ein lebendiges Miteinander: Die „offenen Treffs für jeden“ empfangen einmal wöchentlich bis zu 60 Menschen aus der Nachbarschaft. Organisiert wird dies seit vielen Jahren von jungen Erwachsenen, die hier im Rahmen von JumpPlus neue berufliche Perspektiven finden.
Auch die geplante Pit-Pat-Anlage auf dem AWO-Gelände wird mehr sein als nur ein Spiel: Sie schafft einen barrierearmen Ort der Begegnung, an dem Generationen ungezwungen zusammenkommen, lachen und den Moment genießen können. Stefanie Reutter, verantwortliche Fachbereichsleitung bei der AWO: „Hier entsteht weit mehr als ein Kita-Gebäude: wir schaffen einen Ort, an dem Gemeinschaft wachsen kann. Wir freuen uns sehr, dass hier bald ein lebendiger Treffpunkt entsteht, der Menschen im Quartier miteinander verbindet.“
„Das Projekt der Theodor Fliedner Stiftung fördert nicht nur den Austausch zwischen Jung und Alt, es ist auch ein Ort der Begegnungen zwischen den Generationen. Im Vordergrund bleibt jedoch die Schaffung der häuslichen Umgebung für ältere Menschen und deren Bedürfnisse sowie wohnortnahe Kinderbetreuung“, Bürgermeister Thorsten Riehle, Stiftungsratsvorsitzender der Theodor-Fliedner-Stiftung. „Ich freue mich, dass wir mit der AWO Mannheim einen erfahrenen und qualifizierten Träger und Partner gewinnen konnten. Vor Ort ist die AWO Mannheim keine Unbekannte, da sie als Trägerin des unmittelbar angrenzenden stadtökologischen Zentrums schon lange im Stadtteil aktiv ist.“
Stadt fördert Kita-Bau mit 3,4 Millionen Euro
Die Stadt fördert den Bau der Kindertagesstätte mit rund 3,4 Millionen Euro. Die entsprechenden Mittel stehen im aktuellen Haushalt zur Verfügung. Die Grundrisse sind für eine möglichst flexible Nutzbarkeit als Krippen- und Kindergartengruppen ausgelegt, damit zukünftig Anpassungen zwischen beiden Angeboten vorgenommen werden können.
„Mit der neuen Kindertageseinrichtung entstehen aktuell rund 110 zusätzliche Betreuungsplätze, die das Angebot für Familien in Niederfeld und ganz Neckarau deutlich erweitern. Gemeinsam mit den zusätzlichen Kita-Ausbauprojekten auf dem Lindenhof schaffen wir damit die Voraussetzungen für eine bedarfsgerechte Versorgung im gesamten Mannheimer Süden. Der Kita-Ausbau geht weiter voran. Ich freue mich, dass wir Familien künftig ein noch besseres und wohnortnahes Betreuungsangebot machen können“, so Bildungsbürgermeister Dirk Grunert.
Das gesamte Gebäudeensemble teilt sich in zwei L-förmige Baukörper – die Kindertagesstätte im nord-westlichen Teil, das Betreute Wohnen auf süd-östlicher Seite des Grundstücks. Die einander zugewandten Foyerbereiche sowie der Innenhof ermöglichen Interaktion und Begegnung zwischen Senioren und Kindern. Gleichzeitig ist das Areal so gestaltet, dass es auch Rückzugsräume sowie gesicherte Spielbereiche bietet, die nur den Bewohnern und den Kindern und ihren Betreuern vorbehalten sind.
Neben der Kindertagesstätte wird der Neubau 33 barrierefreie Wohnungen mit einem bis vier Zimmern und Wohnflächen zwischen 45 bis maximal 95 Quadratmetern zur Miete beheimaten. Die Besonderheit dieser Wohnform besteht in einem ergänzenden Betreuungsvertrag der Grund- und Wahlleistungen vorsieht.
„Funktionierende Hausgemeinschaften mit gutem sozialem Miteinander und zahlreiche Hilfs- und Unterstützungsangebote ermöglichen den meisten unserer Bewohnerinnen und Bewohnern längst möglich im eigenen Zuhause zu leben. Dies macht die generelle Attraktivität dieser Wohnform aus. Die Idee „Jung und Alt am See“ zu verbinden und die Möglichkeit, sich ehrenamtlich einbringen zu können, scheint für die aktuelle Seniorengeneration sehr attraktiv zu sein“, so Marcus Miertsch, Geschäftsführer der Theodor-Fliedner-Stiftung mit Blick auf die im Juni begonnenen Informationsveranstaltungen für Mietinteressierte.
Das rund 6000 Quadratmeter große Grundstück ist seit Beginn der Erschließung des Niederfelds Anfang der 1980er Jahre im Bebauungsplan für eine Bebauung ausgewiesen. Konkret sieht der Bebauungsplan an diesem Ort „Gemeinbedarfseinrichtungen“ vor. Mit dem von der Theodor-Fliedner-Stiftung geplanten Neubau einer Kindertagesstätte sowie eines Betreuten Wohnens wird eines solche Gemeinbedarfseinrichtung realisiert. Für Bäume, die dem Neubau zwingend weichen mussten, werden nach Abschluss des Bauvorhabens 27 neue Bäume auf dem Grundstück gepflanzt werden. zg



